Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Theaterprojekt

Sex and Crime im Oldtimerbus

SCHRAMBERG, 23. Mai - Im Oldtimerbus durch Schramberg tuckern und dabei einen Krimi sehen: Der "Tatort Schramberg" vom Rottweiler Zimmertheater und dem Schramberger Uhren- und Automuseum "ErfinderZeiten" am Sonntag kam richtig gut an.

Ruckzuck waren die Karten für die beiden Fahrten ausverkauft, die, die bei der NRWZ verlost wurden, waren heiß begehrt. Und wer eine ergatterte, hatte richtig Glück. Denn was sich das junge Zimmertheater-Team unter der Regie von Arwid Klaws und Patrick Hellenbrandt da ausgedacht hatte, war genial.

Doch erst hieß es schwitzen, im Mercedes-Reisebus von 1960, der vor dem ErfinderZeiten-Museum geparkt war – das Team hatte sich nämlich noch ein Ratsepiel ausgedacht, bei dem es ein Candlelight-Dinner zu gewinnen gab. Ein klitzekleines, bestehend aus Tütensuppe und Kerze.

Dann ging die Schaukelei durch Schramberg los, erst zum Busbahnhof, wo vier junge Damen auf dem Weg ins Krankenhaus das Handy am Ohr kleben hatten und das Getratsche zu einem spannenden Dialog wurde: Es geht in die sogenannte Todesklinik. Die befand sich im Kulturbesen im anderen Schramberger Gewerbepark, wo dann eine der vier Damen, ausgerechnet die Bürgermeistersgattin Cordula Ufermann (Clara Gohmert), ihr Leben lassen musste. Oder doch nicht?

Kommissar von Weit (Carl Hofheinz) hat jedenfalls jede Menge zu tun, schließlich könnte jeder der Täter gewesen sein, Motive und mögliche Tathergänge gibt´s wie Sand am Meer. Oder wie schmutzige Tassen in der kommissarischen Küche, weshalb der Mann nebenher noch ein Kreuzworträtsel lösen muss. Da gibt´s nämlich eine Spülmaschine zu gewinnen.

Die jungen Schauspieler des Jugendclubs zeigten sich als echte Profis, da wurde geflirtet und gelogen auf Teufel komm raus, und mit wenigen Mitteln und sparsamstem Equipment richtig gutes Theater geboten. Die Zuschauern schaukelten weiter im roten Oldtimer Richtung Park der Zeiten, und erlebten nun die wildesten Verschwörungs- und Mordtheorien, einen Bürgermeister mit scharfem Gewehr ("Ich bin Politiker, kein Verbrecher!" - "Gibt es da einen Unterschied?") und eine Irma Rauhbein in Kittelschürze (köstlich schwäbisch: Ulrike von Au), in deren Phantasien es ungefähr jeder mit jedem treibt. Die scharfe Studentin Annika (sehr überzeugend im rosa Negligée: Luca Detemple) mit dem arroganten Bürgermeister Ufermann (Marcel Brenner), die ebenso scharfe wie bissige Schwester Sabine (Maren Unger) mit dem attkrativen jungen Arzt Dr. Heiler (Felix Dehner) – oder gleich zu dritt, die verbitterte Ärztin Dr. Amgrau, die an Gehirn-Transplantationen arbeitet (Miriam Gann) mit im Bett?

Heiß gehts her in der Klinik, und die Zuschauer haben ihren Spaß, auch im heißen Bus, der sie zur letzten Station schaukelt, ins Schramberger Schloss, wo Kommisar von Weit sie hinführt – er braucht eine Briefmarke fürs Kreuzworträtsel-Lösungswort – und damit ist für ihn schließlich der Fall gelöst, denn das heißt "Chefärztin". Dass er die eigentliche Lösung nicht mitgekriegt hat, weil er von Jungarzt Heiler K.o.-geschlagen wurde, tut nichts zur Sache, immerhin haben die Zuschauer die letzten Verwicklungen, Hirn – und Liebhabertausche mitbekommen.

Happy End für fast alle, und eine überaus gelungene und sehenswerte Leistung des jungen Schauspielerteams (mit dabei außerdem Caro Bachmaier als Studentin und Patientin Kerstin Schwarz und Jannik Arnold, der Mann im Bus) und ihrer beiden Regisseure und Schauspielerlehrer. Ob es weitere Krimibus-Fahrten geben wird, darauf wollte sich Harald Burger vom ErfinderZeiten-Museum nicht festlegen. Aber die Krimifans kommen trotzdem auf ihre Kosten: Am Freitag, 3. Juni beim Improvisationstheater im Museum, das ein "Wechselbad der Gefühle zwischen TODernst und MORDsspaß" verspricht, und am Samstag, 4. Juni beim ersten Schramberger “Krimi-Sofa”, dann lesen die beiden Krimiautoren Stefan Ummenhofer und Alexander Rieckhoff aus ihrem neuen Regional-Krimi, „Giftpilz“.


Quellenangabe: "Sex and Crime im Oldtimerbus", NRWZ, 23.05.2011, http://www.nrwz.de/v6/feuilleton/00038727/, 30.05.2011

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