Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Technikmuseen: Besucherzahlen steigen

7. Juni 2017

CHRAMBERG (him) – Fast wie in alten Tagen fühlte sich der Vorsitzende des Fördervereins Technikmuseen im Verwaltungsausschuss. Der langjährige Stadtrat Helmut Banholzer wollte sich gleich an seinen alten Platz setzen. „Dann hab ich gemerkt, da hab ich nichts mehr verloren“, scherzte er zu Beginn seines Jahresberichts.

Er hatte einige positive Zahlen dabei: So seien die Einnahmen um etwa 10.000 Euro gegenüber dem Vorjahr gestiegen, noch wichtiger: Bei den Besucherzahlen gab es ein Plus von knapp 1000 im Auto- und Uhrenmuseum Erfinderzeiten: Sie steigen von 23.264 im Jahr 2015 auf 24.236 im Jahr 2016 und nähern sich so langsam dem Wunschziel 25.000. Auch das Eisenbahnmuseum verzeichnet ein deutliches Plus: da stiegen die Besucherzahlen um fast 1100 von 10.447 auf 11.545.

Banholzer zeigte auf, dass die Gästekarten durchaus eine Rolle spielen. Etwa 250 Besucher hatten die Schwarzwald-Card, 590 kamen mit Schwarzwald-Card plus aus Freudenstadt und Baiersbronn und mit dem im vergangenen Jahr beschlossenen Museumspass immerhin schon 326. „Wie die neu aufgelegte Gutachkarte sich auswirkt und wie lange sie bleibt, wird sich zeigen“, so Banholzer.

Werbung ist wichtig
Die Werbung für die Technikmuseen und die Autosammlung Steim geschehe über Messen, Flyer, das Internet und die Presse. Eine Besucherbefragung habe ergeben, dass die Flyer eine sehr wichtige Rolle spielen. Flyer, die in Hotels ausliegen, auf den Messen verteilt werden oder von Tourist-Informationen angeboten werden. Empfehlungen von Bekannten und das Internet nannten ebenfalls viele Besucher als Grund für ihren Besuch.

Demnächst werde es einen neuen Flyer geben, kündigte Banholzer an. Wenn das neue Museum im Terrassenbau von Dr. Steim fertig sei, sollte dieses unbedingt auch in einem gemeinsamen Flyer aufgeführt werden. Das Museum sei demnächst wieder auf der Südwestmesse vertreten, aber auch in Tübingen und Freiburg.

Banholzer ließ die verschiedenen Aktivitäten des Museums Revue passieren. Er erwähnte dabei besonders die Automaten-Sonderausstellung, die inzwischen in der früheren Schrauberwerkstatt einen Dauerplatz gefunden habe. „Da ist aktives Mittun an den Automaten möglich“, so Banholzer und frotzelte, „der ein oder andere Stadtrat kommt gar nicht mehr los davon.“

Auch die Sonderaktionen im Eisenbahnmuseum wie die Ausstellung „Vorsicht Hochspannung am Spielzeuggleis“ hätten für zusätzliches Besucherinteresse gesorgt. „Wir haben ein erfolgreiches Jahr hinter uns“, so Banholzers Fazit. Er ist überzeugt, dass der Schramberger Einzelhandel und die Gastronomie von den Museen profitieren. Am Wochenende mit den Echtdampftagen seien alle Hotels ausgebucht gewesen.

Neue Pläne für die Technikmuseen
In diesem Jahr werde im Juli eine Sonderausstellung „Einfach geschickter“ die Rolle der Frauen in der Uhrenindustrie deutlicher machen. Es folgt die “Wirtschaftswunderclassic” im August. Besonders stolz ist Banholzer, dass im Oktober der „Tourismuskongress Schwarzwald“ im Auto- und Uhrenmuseum stattfinden wird. Eingefädelt hatte dies Tourismusfachfrau Ingrid Rebmann. Danach wird eine Sonderausstellung „Junger Schwarzwald“ Kunst und Musik vorstellen.

Außerdem wollen die Museumsleute den Eingangsbereich der Technikmuseen umgestalten. Hier zeigt das Museum derzeit noch einige beeindruckende amerikanische Straßenkreuzer. Den Charakter des Museums aber machten ja eher die kleinen Autos der kleinen Leute aus, so Banholzer. Das wolle man deutlicher machen.

Banholzer versicherte, er sei „stolz auf die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Museumsleute, die immer wieder mitmachen, wenn ich sie anrufe“.

Lob von allen Seiten
Lob und Dank für die Museumsarbeit gab es von Oberbürgermeister Thomas Herzog und Gertrud Nöhre (SPD-Buntspecht). Sie ist überzeugt, dass die Museen viele Gäste von außerhalb nach Schramberg brächten. Jürgen Winter (CDU) sah in den steigenden Besucherzahlen eine Bestätigung für das Museumskonzept. Es lasse das Lebensgefühl der Nachkriegszeit spürbar werden.

Das war dann doch etwas anders als zu Banholzers aktiver Zeit im Rat. Lob von allen Seiten war da eher selten.


Quellenangabe: https://www.nrwz.de/freizeitundtermine/black-forest-4-0-familie-haas-revolutionaere-des-schwarzwalds/190340

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