Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Nachhaltigkeit aus der Not heraus

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„Nachhaltigkeit aus der Not heraus“

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Das Auto- und Uhrenmuseum Erfinderzeiten besitzt zahlreiche Schätze der Technik oder des Designs. Der auf Holzgasbetrieb umgerüstete Opel Olympia Baujahr 1936 ist ein Beispiel dafür.

Schramberg. Der im entsprechenden Umfeld des Museums präsentierte Opel Olympia kam im Jahr der olympischen Spiele 1936 auf den Markt und wurde vor dem Zweiten Weltkrieg ein beliebter "Volkswagen". Er hatte die erste selbsttragende Ganzstahlkarosserie der Welt und wurde von einem Vierzylinder-Motor mit 1,3 Liter Hubraum und 24 PS angetrieben. Wegen des Kraftstoffmangels stand schon während des Kriegs und in den Jahren danach der Betrieb mit Holzgas aus verschweltem Holz hoch im Kurs. So wurde der Opel des Schramberger Museums 1946 mit einer Holzgasanlage der Firma Zanker nachgerüstet. "Die Leistung des Motors sank dann aber auf 20 PS oder weniger ab, was am Berg schon mal zu Problemen führte", erläutert Helmut Banholzer, Vorsitzender des Fördervereins Technikmuseen. Schwach am Berg Rolf Munzinger, Jahrgang 1934, KFZ-Meister und aus einem Schramberger Busunternehmen stammend, kennt den Opel, weil er mit der Holzgas-Technik groß geworden ist: "Hinten wurde wie in einen Kohlenmeiler das Holz eingefüllt, das Gas dann in den großen Filter vor dem Kühler geführt und gereinigt, von dort in den Vergaser geleitet." Die Leistung hätte dann sogar eher 15 statt 20 PS betragen, eine Holzfüllung habe circa 60 Kilometer gereicht. Aus einem Sack mit Holz auf dem Dach habe man nachgefüllt. "Vor dem Start musste man erst mal eine halbe Stunde anheizen. Profis hatten eine Flasche Benzin im Handschuhfach, damit der Motor besser ansprang", erinnert sich Munzinger. Auch Lastwagen und Busse habe man mit Holzgas betrieben. An der Steigung hätten die Fahrgäste manchmal aussteigen und schieben müssen. Erfolgsgeschichte Ausstellungskonzept, Exponate und Sonderveranstaltungen wie zum Beispiel die Sebastian-Wehrle-Ausstellung oder das Konzert der Musikschule hätten sich ausgezahlt: 27 000 Besucher kamen 2019 ins Auto- und Uhrenmuseum, 12 000 in das benachbarte Eisenbahnmuseum, präsentiert Banholzer die aktuellen Zahlen. Und auch für 2020 seien Sonderausstellungen geplant: Im Mai zum Wankelmotor und seinen Einsatzbereichen, nicht nur im Auto. Und im Herbst zum Opel Kadett. Opel produzierte dieses Modell von 1936 bis 1940 und dann wieder ab 1962, verdrängte damals zeitweise sogar den VW-Käfer von Platz eins der Zulassungsstatistik. Was zum zehnjährigen Jubiläum des Museums im Jahr 2020 geplant ist, verrät Banholzer noch nicht genau. "Das Museum hat sich inzwischen einen Namen gemacht und ist ein wichtiger Faktor für den Tourismus", hatte Banholzer in seinem Jahresbericht im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats erklärt. Eine Einschätzung, der die Stadträte mit Kommentaren wie "Ein Plus für Schramberg" oder "Erfolgsgeschichte" einhellig zustimmten. 

Quelle: Schwabo - Von Johannes Fritsche 21.12.2019 - 08:55 Uhr -  https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-nachhaltigkeit-aus-der-not-heraus.2c3b43c2-dfd4-49d2-acfe-bc4715e4ff52.html

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