Die Museumslandschaft im Schwarzwald
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Kultur: Neuer Ausstellungsraum im Auto- und Uhrenmuseum Erfinderzeiten / Geschichte des H.A.U.-Gründers

Schramberg. Das Auto- und Uhrenmuseum Erfinderzeiten im H.A.U.-Gewerbepark in Schramberg befindet sich an geschichtsträchtiger Stelle. In den Gebäuden 3/5, wo sich heute historische Automobile und Uhrengeschichte den Besuchern präsentieren, wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts industriell Pfeilkreuz-Uhren gefertigt. "Doch wie begann es eigentlich?", heißt es nun in einer Mitteilung des Museums.

Konkurrenzzeit zu Junghans

Paul Landenberger trat 1869 in die Firma Junghans ein. Er wurde bald Prokurist und heiratete Frida Junghans, die Tochter des Firmengründers Erhard Junghans. Als Paul Landenberger erkannte, dass eine Teilhaberschaft bei Junghans nicht zu erlangen war und die Firma auf die beiden Söhne Arthur und Erhard übertragen werden würde, machte er sich mit Phillipp Lang aus St. Johann selbstständig und gründete im Jahr 1875 im Schramberger Göttelbachtal eine eigene Großuhrenfabrik unter dem Namen "Landenberger und Lang"..

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Die ersten Jahre waren sehr schwierig. 1882 kam es zum Konkurs der Großuhrenfabrik, so dass zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation 1883 dringend eine Aktiengesellschaft gegründet werden musste, die den Namen "Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik" (H.A.U.) erhielt. Dies, heißt es in der Mitteilung weiter, ist gewiss ein ungewöhnlicher Name, deshalb eine kurze Erklärung dazu: Weil die Geldgeber der H.A.U. überwiegend in Hamburg saßen, wurde auch die Hansestadt als Rechtssitz benannt, obwohl die Firma körperlich in Schramberg war und blieb. Das sogenannte amerikanische Prinzip in der Fertigung war zur damaligen Zeit höchstmodern, weshalb das Unternehmen auch damit warb. Damit ist eine industrielle Arbeitsaufteilung und rationelle Produktion gemeint. Der Sitz der Firma befand sich bis 1901 in Hamburg, wurde dann aber nach Schramberg verlegt. In ständigem Wettbewerb mit der Firma Junghans entwickelte sich das Unternehmen immer weiter. Um 1900 gehörte die H.A.U. zu den Top-Ten-Unternehmen im damals königlichen Württemberg und die Zahl der Beschäftigten stieg auf 1000 Mitarbeiter an. 1925, dem Jahr des 50-jährigen Bestehens, waren bereits 2200 Arbeiter und Angestellte tätig, die täglich 500 Uhren und 15 000 Wecker herstellen. Doch die wirtschaftlichen schweren Jahre 1925/26 zwangen die Firma, mit dem stärkeren Konkurrenzunternehmen Junghans zu kooperieren. 1930 verschmolz die Firma mit Junghans und wurde für viele Jahre das Werk Göttelbach. 2010 wurde das städtische Museum Erfinderzeiten mit der Automobilsammlung von Martin Sauter und der Geschichte der Schwarzwalduhr eröffnet. Um die Historie des Ortes mit der heutigen Präsentation in Verbindung zu bringen, entschied sich das Museumsteam zur Einrichtung eines Raumes, in dem Familie und Fabrik der Landenberger geschichtlich beleuchtet werden. Bilder, Lebensdaten und Exponate der H.A.U. ergänzen die Dokumentation. .

"Aufgrund der Pandemie konnten wir den Raum nicht offiziell einweihen. Wir freuen uns aber dennoch über viele interessierte Besucher", heißt es vom Museumsteam. Das Landenberger-Zimmer kann während der Öffnungszeiten täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der letzte Einlass erfolgt eine Stunde vor Schließung des Museums.

Quelle:Schwarzwälder Bote 09.08.2021 - 17:00 Uhr

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