Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Saisonauftakt in „heißen Kisten“

Friedbert Morsch und Martin Sauter luden Oldtimerfreunde ins Schramberger Museum ein


Balingen/Schramberg, 02.05.2012

Zu jedem Schräubchen, so scheint es, hat Martin Sauter eine Geschichte. Mit natürlich-schwäbischem Charme führt er Besucher durch sein Schramberger Auto- und Uhrenmuseum. Am Sonntag lauter Älbler.

Martin Sauter – er ist einer, der Benzin im Blut hat. Sein Geld verdient er mit Präzisionswaagen als Chef der Balinger Firma „Kern & Sohn“, ehemals aus Albstadt. Er hat ein Faible für Autos, aus seiner Zeit, seinen Kindheitstagen, seiner Jugend, seinem Erwachsenwerden. In mehr als 40 Jahren hat er seine Schätze zusammengetragen. Alte Autos, Fahrräder, Mopeds, Roller. Viele Jahre waren sie im Kleinwagenmuseum in Engstingen zu sehen. Seit zwei Jahren sind sie Bestandteil der größten zeitgeschichtlichen Ausstellung im Schwarzwald. Über vier Etagen in beeindruckender, heute denkmalgeschützter Architektur einer ehemaligen Uhrenfabrik.

Die Schau war Ziel des diesjährigen Saisonauftakts der Rosenfelder Oldtimerfreunde, mittlerweile ein Zirkel von fast 100 begeisterten Fans des „rostigsten Hobbys der Welt“ aus dem gesamten Zollernalbkreis, allen voran Friedbert Morsch. Der ehemalige Polizeikommissar und begeisterte Rosenfelder gilt als Motor des dort alljährlich im September stattfindenden Klassiktags. Mit Freunden, Helfern und Gleichgesinnten eröffnete er am Sonntag die diesjährige Saison mit einer herrlichen Ausfahrt durch den Schwarzwald – Ziel: Die Schramberger Museumslandschaft, eine nostalgische Reise durch die Fünfziger, Sechziger und Siebziger. Ein Revival des deutschen Wirtschaftswunders, aber auch recht ernüchternd in Jahre, in denen Luxus noch ganz schön karg war.

Recht anschaulich nahm Martin Sauter seine Gäste mit auf eine spannende Zeitreise in die Anfänger der Mobilität der Deutschen: Wie das Motörchen dem Fahrrad Beine machte . . . oder wie der Roller seine Fahrgäste vor Unbilden der Witterung schützte . . . oder wie sich die Deutschen vom Zweirad in noch so kleine Automobilchen zwängten . . .

Mit seinem seit 52 Jahren im Familienbesitz gepflegten 170er Mercedes hatte Sauter seine Gäste nach Schramberg begleitet – seine Begeisterung und Sammelleidenschaft aber gilt kleinsten Anfängen deutscher Massenmobilität: Sie erst ließ die Menschen den Süden erkunden. Etliche Kapitel der Ausstellung zeigen den großen Pioniergeist, mit dem sich unsere Landsleute einst auf große Fahrt begaben: Beispielsweise Vater, Mutter, Sohn auf selbst zusammengeschweißtem Roller in sämtliche europäischen Hauptstädte . . . oder das selbstgebaute Alu-Mobil mit Allradlenkung – ein Einzelstück und Sammlerglück.

Von solchem kann Sauter immer wieder erzählen, einerseits erfordere die Suche solcher Schätze viel Zeit und Akribie, aber schon früh habe sich im Ländle auch herumgesprochen, dass ein Albstädter alles Mögliche aus jenen Jahren zusammenträgt. Menschen haben ihm ihre Schätze angetragen. So war es ihm selbst alleine kaum mehr möglich, alle Schätze so zusammenzustellen, wie sie heute die Ausstellung ausmachen. Viel Liebe steckt in Details und Arrangements – ob in der bestens erhaltenen Zweiradwerkstatt, im Tante Emma-Laden, wie ihn Ältere aus ihrer Jugend kennen. Vielleicht eben jenen im Schramberger Museum – er stammt aus dem Kreis. Diese Ausstellung sei eine Kooperation, betont Sauter, alleine, unmöglich zu betreuen. Dafür hat er Mitstreiter auch aus Albstadt, die mit gleicher Liebe die automobilen Schätze herrichten und pflegen.

Friedbert Morsch/Karl-Otto Müller

 Quellenangabe : Zak http://www.zak.de/artikel/126775/BalingenSchramberg-Saisonauftakt-in-heissen-Kisten, 2.Mai 2012

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