Die Museumslandschaft im Schwarzwald

"Vielen Dank für diese Zeitreise

Schwarzwälder-Bote, 02.05.2014 19:21 Uh


Schramberg. Ein Besuch im Museum? Für viele klingt das nach staubtrockener Pflichterfüllung. Dass es auch ganz anders geht – dass gar ein Eintrag im Gästebesuch zu Superlativen verführt – beweist der Blick ins Gästebuch des Museums Erfinderzeiten.

Als Oberbürgermeister Thomas Herzog kürzlich die Ausstellung "Happy Birthday Barbie!" eröffnete, betonte er, wie gut der Spielzeugklassiker in das Museum passe. Schließlich erhielten die Besucher des Schramberger Auto- und Uhrenmuseums Erfinderzeiten Einblicke in die Zeitgeschichte und das Alltagsleben vom Kriegsende bis in die 70er-Jahre – "Barbie, ein echtes Kind der 50er-Jahre" – passe demnach hervorragend in die Konzeption des Museums. Dass diese lobenden, gewissermaßen durch das ungeschriebene Protokoll vorgesehenen Worte des Rathauschefs keineswegs nur dahingesagte Floskeln sind, belegt ein Blick in die beiden – auf den ersten Blick sehr unscheinbar wirkenden – Gästebücher des Museums.

Schon nach dem Durchblättern der ersten Einträge merkt man: Hier kommt schlicht Begeisterung zum Ausdruck. die Besucher gaben sich aufrichtig Mühe, ihrer Verzücktheit Ausdruck zu verleihen. Inspiriert von den Exponaten, nachgestellten Alltagsszenen oder witzigen Infotafeln ließen sie sich hinreißen zu Formulierungen wie "eines der schönsten Museen, die ich je gesehen habe", "unglaublich", "sehr beeindruckend", "liebevoll ausgestattet", "tolles Konzept", oder "das Leben in alten Zeiten wurde uns vor Augen geführt" und auch: "Für diese Reise ins Gestern herzlichen Dank". Ein Besucher gesteht gar: "hier merkt man, dass man älter geworden ist."

Auch ein Michael Pfeiffer wurde durch den Anblick eines ausgestellten Motorrollers an seine Jugendtage erinnert. Er schreibt: "Sogar meine alte Lambretta , wegen der ich mit 16 Jahren ohne Führerschein ertappt wurde, habe ich hier wiedergefunden". KT und David Medlock schreiben lapidar "for the future and our children" ("Für die Zukunft und unsere Kinder").

Die Bandbreite derjenigen, die sich begeistert zeigen, reicht dabei von eingefleischten und organisierten Auto-Fans wie beispielsweise elsässischen "Oldtimer-Enthusiasten" oder dem "Mercedes Benz Veteranen Club bis hin zu einer Besucherin, die gesteht: "Es hat sogar mir gefallen – die mit Autos wenig zu tun hat."

Ein Herr Wegner bedankt sich gar für die Ausstellung von "Tabis" oder "Tobis" und merkt an "hätte nicht gedacht, dass es das alte Modell noch gibt" und fügt hinzu: er sei damit nach Bulgarien gefahren. "Zelte und Stühle und Lebensmittel habe alle ins Auto gepasst." Auch Ammanns aus Albstadt sind begeistert. Sie schreiben: "Unser altes Goggomobil steht auch hier! Das Wiedersehen mit ihm war ergreifend!"

Viele Gastbeitragschreiber kündigen an, das Museum weiterzuempfehlen: So schreibt eine Familie aus den USA "we will tell everyone how wonderful it was – and return again ("Wir werden allen erzählen, wie wunderbar es war – und wiederkommen".

Dass die Besucher nicht nur deutschlandweit den Weg in die Fünftälerstadt finden, um dem Automuseum und Uhrenmuseum "ErfinderZeiten" einen Besuch abzustatten, wird deutlich, schaut man sich die Herkunftsländer der internationalen Besucher an: Nicht nur aus ganz Europa kommen Menschen, um sich die Sammlung anzuschauen, Südafrikaner waren bereits dort sowie Touristen aus Mexiko, Korea und Canada, sogar handschriftlichen Einträge in arabischen oder hebräischen Schriftzeichen sind in den beiden Gästebüchern zu finden.

Eine weibliche Besucherin – nach eigenen Angaben "Baujahr ‘38" – schwärmt: Nicht nur die Fahrzeuge, sondern das ganze Lebensgefühl" habe sie "ergriffen", sie habe alle ihre "fahrbaren Untersätze wiederentdeckt." Ähnlich beschreibt seinen Eindrücke: "Was für Erinnerungen: Papas Fiat Topolino, Onkel Willys Lloyd, und der Lloyd Alexander meines Klavierlehres!"

Auch für Katherina scheint sich der Besuch gelohnt zu haben. In knappen Worten teilt sie mit: "Ich habe jetzt mein Traumauto gefunden!"

In der kommenden Zeit stellen wir Ihnen, liebe Leser, besondere Bücher vor. Bücher, die mit Schramberg verbunden sind und in die es sich lohnt, einen Blick hineinzuwerfen. Haben Sie solch ein Buch schon in der Hand gehalten? Dann sagen Sie uns Bescheid, welches Werk Ihrer Meinung nach wert ist, vorgestellt zu werden. Über Ihre Ideen freuen wir uns unter Telefon 07422/94 93 16 oder per E-Mail an redaktion- Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quellenangabe:http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-vielen-dank-fuer-diese-zeitreise.c6688946-ddd6-475f-a8e3-7b2b6caf7a8b.html 5. MaI 2014

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