Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Museums-Mäzen im Blaumann

Schwarzwälder-Bote, 28.03.2014 23:20 Uhr



Von Karina Eyrich

Schramberg/Albstadt. Der Ideengeber der "ErfinderZeiten: Auto- und Uhrenmuseum" in Schramberg, Martin Sauter, hat gestern Abend für seine Verdienste die renommierte Staufermedaille erhalten – in Albstadt, wo er ebenfalls als Museumsmäzen wirkt.

"Wären Sie die Titanic gewesen, so wäre der Eisberg gesunken", zitierte der Schramberger Oberbürgermeister Thomas Herzog seinen Amtsvorgänger, der bei der Eröffnung des Museums "ErfinderZeiten" mit diesem Satz Martin Sauters Hartnäckigkeit gewürdigt hatte.
 
Gestriger Anlass war die Verleihung der Staufermedaille Ministerpräsident Winfried Kretschmanns durch den Albstädter Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow im Philipp-Matthäus-Hahn-Museum, das Sauter ebenfalls mit unzähligen Leihgaben – Waagen, Uhren, Gewichten, Bildern, Medaillen und Urkunden von Weltausstellungen – bestückt hat und das zu den Touristenmagneten des Albstädter Stadtteils Onstmettingen (Zollernalbkreis) gehört.

In Schramberg hingegen sei es das 2010 eröffnete Auto- und Uhrenmuseum, das der unermüdliche Sammler entscheidend mitgeprägt habe und das sich zu einem "touristischen Magneten im mittleren Schwarzwald" entwickele, betonte Herzog. Die Sammlung von Fahrzeugen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sei eine "einzigartige technik-, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Dokumentation der harten Aufbaujahre bis hin zur Ölkrise und dem Kalten Krieg. Herzog würdigte, wie viel Zeit, Engagement und hohen Sachverstand, aber auch wie viel privates Geld Martin Sauter in die "ErfinderZeiten" eingebracht habe.

Dieser habe sich jedoch nicht nur durch die Bereitstellung seiner Sammlung, sondern auch durch eigene Arbeitsleistung an der Präsentation der Ausstellung und am Aufwand zum Betrieb des Museums beteiligt, hob der Oberbürgermeister hervor. "Schließlich setzt er sich dafür ein, durch Texttafeln, Druckwerke und über elektronische Medien insbesondere auch jüngeren Menschen die Entwicklung der Nachkriegszeit näher zu bringen" in einer Region, in der die meisten Arbeitsplätze eng mit der Automobilindustrie verbunden seien. Für Schramberger Schulen gehöre das Museum längst zum Pflichtprogramm und es trage wesentlich "zum Verständnis der Entwicklung unseres Landes und unserer Region" bei.

Die Mobilität des kleinen Mannes gut dokumentiert

Im Blaumann könne er sich Martin Sauter nur bedingt vorstellen, scherzte Jürgen Gneveckow, vergaß aber nicht zu erwähnen, dass der Albstädter, der seit den frühen 1970-er Jahren gezielt Fahrzeuge der Nachkriegszeit erworben hatte, die Restaurierungsarbeiten zusammen mit zwei Kfz-Mechanikern selbst erledigt habe.

"Im Gegensatz zu allen anderen uns bekannten Autosammlungen hat Martin Sauter das Ziel verfolgt, die Mobilität des so genannten ›kleinen Mannes‹ zu dokumentieren und darüber hinaus weitere Alltagsgegenstände für die Ausstellung gestiftet", sagte Herzog.

Bemerkenswert: Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik, in dem die "ErfinderZeiten" auf 8000 Quadratmetern untergebracht sind, hatte einst Paul Landenberger, gebürtiger Ebinger und ein Verwandter Sauters, erbaut.

Über 500 Jahre und 17 Generationen seiner Verwandtschaft, in der es Büchsenmacher, Bürgermeister, Wilderer, Uhren- und Waagenbauer gegeben hat, erzählte Martin Sauter anschließend in einem humorvollen Vortrag. Er selbst ist dem Waagenbau treu geblieben: Seine Balinger Firma "Kern & Sohn" ist mit 170 Jahren weltweit die älteste ihrer Branche.

Quellenangabe: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-museums-maezen-im-blaumann.da016077-101d-4688-a141-bf0802f28aeb.html, 28. März 2014

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