Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Als Maico BMW noch den Rang abfuhr

Schwarzwälder-Bote, 09.03.2015 17:51 Uhr

Schramberg. Das Auto- und Uhrenmuseum lädt für Freitag, 13. März, um 19 Uhr zum ersten Erzählsalon ein. Zur Sonderausstellung "Die Maico-Story – ein Champion im Wirtschaftswunderland" werden Gäste, die eng mit der Maico-Geschichte verbunden sind, zu einer Talkrunde erwartet.

Moderator Friedbert Morsch, kundig in Sachen Maico, empfängt mit Egbert Haas und Otto Walz zwei sehr erfolgreiche ehemalige Rennfahrer aus den besten Zeiten des schwäbischen Traditionsunternehmens, so teilt das Museum mit. Der 71-jährige frühere Europameister Egbert Haas weiß spannende Geschichten der Maico-Ära zu erzählen. Zum Beispiel: Für die Fahrerlizenz musste man vor 50 Jahren noch 21 Jahre alt sein. Nur, Vater und Mutter stimmten der Lizenz nicht zu und hatten sie auch nicht unterschrieben. Die ersten Rennen musste er sozusagen heimlich fahren.

Nach vielen erfolgreichen deutschen Meisterschaften kam schließlich der Clou. Im Jahre 1979 war bei der Europameisterschaft zum ersten Mal die Klasse über 750 Kubikzentimeter ausgeschrieben. Nur Maico hatte für diesen Zweck kein Motorrad. Da baute sich Egbert Haas eben selbst eins. Eine 500er-Maico-Maschine rüstete der Fahrer mit Zylindern und Kolben nach. Aller Unkenrufe zum Trotz fuhr er damals den als unbesiegbaren geltenden BMW-Werksrennfahren auf und davon und holte sich zum Ärger von BMW die Europameisterschaft. Das Unternehmen Maico hatte seine helle Freude am Sieg, denn bessere Reklame konnte es nicht geben.

Auch Otto Walz war eine Maico-Motorsportlegende. Auf seiner Maschine war er ein gnadenloser Draufgänger. Sechs deutsche Meistertitel in verschiedenen Klassen konnte er verbuchen. Wild und ungezähmt hatte sich Walz einen Namen in der noch relativ jungen Motocross-Gemeinde der 50er und 60er Jahre gemacht.

Mit dem einst prestigeträchtigen schwäbischen Unternehmen Maico verbinden Walz immer noch mehr als nur sportliche Erfolge. Zusammen mit seinem Neffen war er auf seiner damaligen Straßenmaschine zur Motocross-Strecke gefahren. Mit den Geländereifen um den Bauch und ein bisschen Werkzeug zum Ummontieren der Räder im Rucksack. Während des Trainings war ihm dann am Sprunghügel eine Fußraste abgebrochen. Zu allem Überfluss hatte er sich noch eine Zerrung geholt. Offenbar musste er die Herren von Maico trotzdem überzeugt haben. Am nächsten Tag wurde ihm eine Werksmaschine mitgebracht – das war der Beginn einer erfolgreichen Rennsport-Ära. u Der Eintritt zum Erzählsalon ist frei – um eine Anmeldung unter der Nummer 07422/2 93 00 wird gebeten. Selbstverständlich kann auch die Sonderausstellung "Die Maico-Story – ein Champion im Wirtschaftswunderland" angeschaut werden.

09.03.2015


Quellenangabe: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-als-maico-bmw-noch-den-rang-abfuhr.9bc0c8b8-5791-401a-8773-1ae044eb8f27.html

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