Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Die Unbestechlichen in perfekter Umgebung

Die Unbestechlichen in perfekter Umgebung

 

Von Stephan Schneider Schramberg. Zahlreich waren die Gäste am Sonntagmorgen zur Eröffnung der Sonderausstellung "Die Unbestechlichen" ins Auto- und Uhrenmuseum "Erfinderzeiten" gekommen. Und scheinbar auch ganz freiwillig, ohne dass irgendwelche ominösen Bestechungsgelder geflossen seien, scherzte Oberbürgermeister Herbert O. Zinell bei seiner Eröffnungsrede.

Sogleich machte er klar, dass die Ausstellung trotz ihres Titels an sich wenig mit Bestechungsgeldern zu tun habe. "In dieser Schau geht es vielmehr um die manipulationssicheren Apparate für den automobilen Verkehr, hier geht es um Taxameter, Parkuhren, Fahrtenschreiber, Zapfsäulenrechner und Co.", machte Zinell deutlich. Kaum ein anderes Gebäude sei für eine solche Ausstellung besser geeignet als der ehemalige Automatenbau der HAU, und auch die Umgebung mit dem Auto- und Uhrenmuseum passe perfekt.

"Wir freuen uns auch darüber, dass wir mit dieser Ausstellungseröffnung den ersten Geburtstag unseres Museums feiern können", erklärte Zinell und zog dabei gleich Bilanz: Die Resonanz und die Gästebucheinträge seien vorwiegend positiv, das Museum habe nicht nur in der Bevölkerung Schrambergs, sondern auch mit Besuchern aus aller Welt sein Publikum gefunden. Der Kulturwissenschaftler Frank Lang, der bei der Konzeption des Museums und der Sonderausstellung entscheidend mitgewirkt hat, ging näher auf die Exponate ein.

Die Uhrenindustrie habe entscheidend zur Automobilisierung beigetragen, indem sie Uhren mit Sonderfunktionen eingeführt habe, die die Welt ein bisschen gerechter machen sollten. Dazu gehörten auch die ersten Taxameter, die in Droschkenkutschen eingebaut wurden, denn die Kutscher standen damals wohl nicht ganz unbegründet unter dem Generalverdacht, ihre Fahrgäste zu betrügen.

Unter anderem auch auf die Firma Junghans gingen weitere Erfindungen wie der erste Fahrtrichtungsanzeiger, der Tachometer und Autouhren zurück. Ein weiterer wichtiger Innovator war die Firma Kienzle aus Villingen, aus deren ehemaligem Firmenmuseum die meisten Exponate stammen.

In der Ausstellung zu sehen sind außerdem Fahrtenschreiber, Literzähler und Preisrechner von Zapfsäulen sowie mehrere Generationen von Parkuhren. Die Geräte seien zwar unbestechlich gewesen, aber vor kreativen Schummelversuchen kreativer Sparfüchse waren auch sie nicht sicher, machte Frank Lang deutlich.

Parkuhren seien zum Beispiel mit Plastikmünzen oder Münzen fremder Währung ausgetrickst worden. Auch hätten die Lkw-Fahrer ein ums andere Mal ihre Fahrtenschreiber manipuliert, so dass die Polizisten Sonderschulungen machen mussten, um den Betrügern auf die Schliche zu kommen. Die Schummeleien hätten allerdings nur dazu geführt, dass die Hersteller ihre Apparate immer weiter verbesserten, erläuterte Lang abschließend.

Museumsleiter Harald Burger fasste die zwölf Monate in einem Satz zusammen: "Wir sind ein Museum der Glücksmomente", freute er sich. "Leute, die zu uns kommen, gehen mit einem Lächeln wieder heraus". Er bedankte sich bei der Architektin Isolde Österlein, die ebenfalls an der Konzeption des Museums und der Ausstellung mitgewirkt hat, bei Frank Lang und bei Ingeborg Kottmann, stellvertretend für das Stadtmuseum Villingen, das die Exponate zur Verfügung stellte. Sein Dank galt auch der Trommelgruppe der Stiftung St. Franziskus, die die Vernissage musikalisch untermalte.

 

 


Quellenangabe: "Die Unbestechlichen in perfekter Umgebung", Schwabo, 10.04.2011 http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-die-unbestechlichen-in-perfekter-umgebung.1812ca17-5c08-4445-a9e8-3fe15ace46cd.html, 30.05.2011

Auto- und Uhrenmuseum Schwarzwald Logo Footer

Auto- und Uhrenwelt Schramberg
info@auto-und-uhrenwelt.de