Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Von Löwen, Fröschen und Bären

Im Auto- und Uhrenmuseum gibt’s so weit das Auge reicht nur Blech: Rollende Blechkisten auf vier Rädern und "Blechplakate" an den Wänden werben für Schokolade, Kaffee, Bier und für eine weiße Weste.
 
10. Juni 2018

Schramberg. "Historische Emaille-Reklameschilder" aus Erfinderzeiten zeigen in einer Sonderausstellung im Auto- und Uhrenmuseum, wie vor 130 Jahren für Waschmittel und Magenbitter geworben wurde.

Mit bunten Emailleschildern an Geschäftshäusern, Straßen und Eisenbahnlinien machten Unternehmen dauerhaft Reklame für ihre Produkte, sagte Oberbürgermeister Thomas Herzog bei der Eröffnung der Sonderausstellung. Mit diesen witterungsbeständigen Dauerplakaten warb Stollwerck seit 1893 für seine Schokolade und andere Unternehmen zogen schnell nach.

Ausgefallene Motive

Aus reinen Schriftbotschaften wurden bald grafisch und künstlerisch gestaltete Reklameschilder mit ausgefallenen Motiven. Löwen und Bären warben für Biere, die weiße Dame für Persil und der heute verpönte "Sarotti-Mohr" für Schokolade. In den 1930er- Jahren brannten über 300 Firmen farbiges Glas auf gewölbte Edelmetalle, wie die Firma Schweizer in Schramberg.

Etwa 30 Jahre später verdrängten die billigeren gedruckten Plakate die Blechschilder als Beeteinfassungen in die Schrebergärten oder als Lückenfüller an Schuppenwände.

Einige Jahre später wurden die Blechplakate zu begehrten Sammlerstücken, wie Leihgeber Gerhard Dingler aus Königsfeld seine Sammelleidenschaft erklärte. Spezialisiert habe er sich als einer von etwa 5000 Sammlern auf Produktreklame und Schilder regionaler Brauereien.

Seine "kleine Auswahl" von Schildern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeige viele Motiv-Varianten. So wurde beispielsweise aus dem grünen Frosch von Erdal ein roter und später wieder ein grüner.

Wappentier

Nachdem Löwenbräu aus Freiburg vom Konkurrenten aus München wegen dem Abkupfern des Löwen verklagt wurde, wechselten die Freiburger die Ansicht ihres Wappentiers und ließen den Löwen die rote Zunge rausstrecken. Für solch ein seltenes Schild werden in Sammlerkreisen schon Mal fünfstellige Beträge auf den Tisch gelegt.

Der Eintritt ins Museum für einen Blick auf Emaille-Reklameschilder ist da wesentlich günstiger und noch bis September möglich.


Quellenangabe: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-von-loewen-froeschen-und-baeren.1f7842bd-5745-4412-93b8-154fc5f0cd8c.html

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