Die Museumslandschaft im Schwarzwald
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Ausstellung in Schramberg

Christoph Ziechaus 01.11.2021 - 17:20 Uhr

"Jeder kennt ihn, alle mögen ihn" – und viele kamen zur Eröffnung der Sonderausstellung "Opel Kadett – ein kleiner Bochumer erobert die Welt" im Auto- und Uhrenmuseum Erfinderzeiten in der H.A.U. in Schramberg.

Schramberg - Vorsitzender Helmut Banholzer konnte viele Besucher in den Stuhlreihen vor den zunächst noch geschlossenen Türen zur Sonderausstellung begrüßen.

In den elf Jahren seit Bestehen des Museums seien die Sonderausstellungen immer zu einem besonderen Grund für einen Besuch geworden: vom Wirtschaftswunder-Käfer von VW über das Dolce Vita mit Fiat bis zu Wankel, ein Motor zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

Opel startete einst mit Nähmaschinen

Für die Opel Kadett-Schau habe Museumsleiter Harald Burger als Kooperationspartner die "Alt-Opel Interessengemeinschaft 1972" mit einigen ihrer Fahrzeuge gewinnen können. Ihr Leiter Bernd Gardner stellte in einem Überblick die Entwicklung des "kleinen Bochumers" vor.

Opel hatte seit 1862 in Rüsselsheim nur Nähmaschinen gebaut und seit 1887 in großer Anzahl auch Fahrräder. Der erste eigene Opel-Motorwagen mit zehn PS entstand 1904, und als erste Großserie lief der Laubfrosch im Jahr 1926 vom Band. Von 1936 bis 1940 wurde der erste Kadett in Rüsselsheim hergestellt.

Nach dem Krieg wurden dessen Produktionsanlagen als Reparationsleistung nach Russland deportiert und dort bis 1959 der Kadett als Moskwitsch 400 produziert. Erst 1962 lief im Werk in Bochum der Kadett A als Neukonstruktion mit 40 PS vom Band.

Im Gegensatz zum VW Käfer war der Motor vorne und der Kofferraum hinten. 1965 ging es mit dem Kadett B im Alphabet weiter, bis 1984 das E-Modell als Kadett in seine letzte Runde einbog, damals mit über zwei Millionen Exemplaren. Bis dahin hatte sich der Kadett nicht nur in wechselnden Modellvariationen präsentiert, sondern auch in verschiedenen Ausstattungen und Ausbauformen, darunter als GTE, Caravan und bis 1993 auch als Cabrio. Seither rollt der Kadett als Astra von F bis zum kürzlich angekündigten neuen Blitz Astra L.

K38 von 1936 zieht viele Blicke auf sich“

Für die Ausstellung der gesammelten Opel-Oldtimer öffnete Harald Burger die Tür zur Sonderausstellung mit den aufpolierten Kadetten, die jeder kennt. In der Aufstellung zur Entwicklung steht ganz vorne der K38, der erste Kadett von 1936 in hellem Blau, "rostfrei, ungeschweißt in Original und fahrbereit", wie auf seinem Schild zum "Lebenslauf" zu lesen ist. In einem Schuppen habe er die Kriegszeit überstanden und später in einer Ausstellung bei einem Autohändler, berichtete der heutige Besitzer, der das sehr gepflegte Unikat nur selten für eine Hochzeit auf Tour schickt.

Dahinter steht der Kadett A von 1962, wie ihn Großeltern oder Eltern zur Fahrt ins Grüne benutzt haben. Neben den Alltagautos aus dem Opel-Alphabet findet auch die sportliche Rallye-Version aus Monte Carlo in Schwarz-Gelb ihre Bewunderer im Publikum.

Mit dem kleinen Bochumer können viele Besucher ihre automobilen Erinnerungen auffrischen.

Quelle: Schwabo

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